Herbert Ritter

Notizen aus Bienenhaus und Streuobstwiese

Die Streuobstwiese

Knapp 4.000 Quadratmeter Hang, 28 Bäume, die ältesten von 1952. Die Bienen waren eigentlich nur dazu gedacht, die Wiese zu bestäuben.

Mein Schwiegervater hat die Wiese 1951 von seinem Vater übernommen und im Jahr darauf die ersten Apfelbäume gepflanzt, die heute noch stehen. Er hat bis ins hohe Alter jeden Baum selbst geschnitten. Als er 2017 starb, war die Wiese seit ein paar Jahren nicht mehr richtig gepflegt worden, und ich habe mir damals vorgenommen, das zu ändern. Aus dem Vorsatz wurde ein Schnittkurs, aus dem Schnittkurs ein Imkerkurs, und so weiter.

Die Wiese liegt am Südhang, unten die Bienen, oben die Zwetschgen. Gemäht wird zweimal im Jahr mit dem Balkenmäher, das erste Mal nicht vor Mitte Juni, damit die Wiesenblumen aussamen können. Gedüngt wird nicht, gespritzt wird nicht. Das Fallobst geht an die Kelterei im Nachbarort, dafür bekomme ich Saft und ein paar Flaschen Most zurück.

Die Bäume

SorteArtBäumeGepflanztBemerkung
BrettacherApfel31952Riesige Kronen, tragen alle zwei Jahre reichlich. Lagerapfel bis März
BoskoopApfel21952Einer davon halb abgestorben, wird noch gehalten wegen des Steinkauzes
Jakob FischerApfel21961Frühapfel, September. Nichts zum Lagern, alles für den Kuchen
BohnapfelApfel31961Mostapfel. Robust, spät, gleichgültig gegen fast alles
GewürzluikenApfel21978Guter Tafelapfel, leider schorfanfällig
SchafsnaseApfel11978Aus Sentimentalität. Schmeckt nach nichts, sieht aus wie nichts
Gute LuiseBirne21961Reifen alle in derselben Woche, dann ist Eile geboten
Schweizer WasserbirneBirne21952Mostbirne. Die größten Bäume auf der Wiese, über zwölf Meter
HauszwetschgeZwetschge51978, 1995Oben am Hang. Zwei davon habe ich 2019 nachgepflanzt
Bühler FrühzwetschgeZwetschge21995Früh, groß, wässrig. Für den Kuchen, nicht für den Schnaps
SchattenmorelleSauerkirsche11995Erste größere Blüte auf der Wiese, wichtig für die Bienen
HedelfingerSüßkirsche11961Die Stare wissen genau, wann sie reif ist. Ich meist einen Tag später
Walnuss1ca. 1940Steht an der Grenze, gehört halb dem Nachbarn. Wir teilen
Speierling12020Mein einziger Neuzugang. Wächst langsam, soll hundert Jahre halten

Was im Jahr anfällt

Auf der Wiese hängen sieben Nistkästen, davon zwei Steinkauzröhren. Der Steinkauz war 2022 zum ersten Mal da und ist seither jedes Jahr wiedergekommen. Er ist der Grund, warum der halbtote Boskoop stehen bleibt.