Warum diese Seite
5. März 2023Ich habe vier Jahre lang alles in ein kariertes Heft geschrieben. Wann welches Volk durchgesehen, wie viel Futter drauf, wann Ameisensäure, wie viele Milben gefallen. Das Heft ist im letzten Sommer im Bienenhaus liegen geblieben, es hat hineingeregnet, und die Hälfte der Seiten ist jetzt eine blaue Fläche. Das Jahr 2021 ist damit im Wesentlichen weg.
Mein Sohn meinte, ich solle das Zeug in den Computer schreiben. Ich meinte, dann finde ich es in zwei Jahren nicht mehr, weil irgendein Programm nicht mehr geht oder die Datei nicht mehr aufgeht. Er meinte, dann mach es halt als Internetseite, das geht in zwanzig Jahren noch. Ich habe gesagt, ich kann das nicht. Er hat gesagt, doch, das ist einfacher als Excel.
Er hatte recht. Was Sie hier lesen, ist eine Textdatei mit ein paar spitzen Klammern drin. Ich habe an einem Wochenende gelernt, wie das geht, und mich seither dreimal darüber geärgert, dass ich eine Klammer vergessen habe. Das ist ein Ärger, den ich aushalten kann.
Was hier hinkommt
Das Stockbuch selbst bleibt auf Papier, das ist mir zu privat und auch zu langweilig. Hier kommt hin, was ich nach einem Jahr noch wissen will: Wann war die Frühtracht reif. Wie viel hat die Ameisensäure gebracht. Was ist beim Beutenbau schiefgegangen. Und ab und zu etwas von der Wiese, weil die Bienen ohne die Wiese keinen Sinn hätten.
Ich schreibe nicht regelmäßig. Ich schreibe, wenn etwas war. Im Winter wird hier lange nichts passieren, im Mai vielleicht dreimal in einer Woche.
Das Ganze ist für mich. Wenn jemand anderes mitliest – schön. Wenn nicht, auch gut.
Inzwischen gibt es eine Übersicht der Völker und eine Seite zur Wiese. Und das Heft habe ich noch einmal von vorn angefangen, diesmal liegt es in der Küche.